Eine Lernschwäche ist ein Begriff, der häufig umgangssprachlich als Synonym für eine Lernstörung verwendet wird. Er beschreibt eine eingeschränkte Entwicklung schulischer Fähigkeiten, obwohl die allgemeine Intelligenz im normalen Bereich liegt. Das bedeutet:
Kinder und Erwachsene mit einer Lernschwäche sind in der Regel genauso intelligent wie ihre Altersgenossen, haben jedoch andauernde Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen, die über gewöhnliche Lernherausforderungen hinausgehen.
Merkmale einer Lernschwäche:
- Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS/Legasthenie)
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- Konzentrationsprobleme (z. B. ADHS)
Eine Lernschwäche kann durch neurologische, genetische oder umweltbedingte Faktoren entstehen. Sie äußert sich häufig in Wahrnehmungsstörungen, Stress oder mangelnder Förderung im Kindesalter. Doch eine Lernschwäche ist kein Grund zur Panik: Die Intelligenz ist dabei völlig normal. Betroffene benötigen lediglich mehr Zeit für bestimmte Prozesse wie Lesen, Schreiben oder Rechnen. Mit gezielter pädagogischer Unterstützung können sie trotz ihrer Schwächen erfolgreich ihre Ziele erreichen.
Was bedeutet das für mich als Dozent? Meine Aufgabe ist es, Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) zu motivieren und ihnen positive Erfahrungen beim Lernen zu ermöglichen. Durch diese Erfolge können sie sich weiterentwickeln und verändern. Dabei ist es wichtig, sie individuell zu fördern, ihre Anstrengungen zu loben und ihnen emotionalen Rückhalt zu geben.
Kleine, erreichbare Ziele spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Bereits geringe Fortschritte wirken enorm motivierend. Zum Beispiel ist es effektiver, fünf Wörter korrekt zu lesen, statt sich von zwanzig auf einmal überfordert zu fühlen.
Positives Feedback ist essenziell: Die Anstrengungen und Fortschritte der Lernenden sollten stets anerkannt werden. Dies fördert ein Growth Mindset – die Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Übung und Ausdauer entwickelt werden können. Gleichzeitig stärkt es ihr Selbstwertgefühl, da sie erkennen, dass Fehler keine Niederlagen, sondern wichtige Lernschritte sind. Sie lernen, ihren Fortschritt an der eigenen Leistung zu messen, anstatt sich mit anderen zu vergleichen.
Unterricht und Training motivierend gestalten!
Die Teilnehmer/innen brauchen klare Strukturen und Transparenz, bedeutet dass Sie Aufgaben wie Lesen und Schreiben mit Alltagsbezug lernen. Einen Einkaufszettel Schreiben. Es sollten Ziele und Abläufe zu Beginn jeder Einheit erklärt werden um den Teilnehmer/innen Sicherheit zu geben. Es gibt das Multisensorische Lernen, Buchstaben aus Knete formen, Wörter in Sand schreiben, Laute laut aussprechen.
Multisensorisches Lernen bedeutet, dass beim Lernprozess mehrere Sinne gleichzeitig aktiviert werden – typischerweise Sehen, Hören, Fühlen und Bewegung. Dieser Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass das Gehirn Informationen besser verarbeitet und speichert, wenn sie über verschiedene Sinneskanäle aufgenommen werden. Welchen Vorteil schließen wir aus dem Multisensorischen Lernen?
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- Verbesserte Merkfähigkeit: Informationen werden über mehrere Sinne aufgenommen und lassen sich dadurch leichter speichern und abrufen.
- Tieferes Verständnis: Abstrakte Ideen werden durch Modelle oder Gesten anschaulich und greifbar gemacht.
- Unterstützung verschiedener Lerntypen: Visuelle, auditive und kinästhetische Lernstile werden gleichzeitig angesprochen.
- Mehr Motivation und bessere Konzentration: Abwechslungsreiche und emotional ansprechende Lernmethoden steigern die Aufmerksamkeit.
- Beeindruckende Ergebnisse: Studien belegen, dass multisensorisches Lernen den Lernerfolg um bis zu 25 % steigern kann – besonders bei LRS oder anderen Lernschwierigkeiten.
Beispiele für solche Methoden wären:
- Sprachenlernen: Wörter hören, sehen, nachsprechen und mit einer Geste verbinden.
- Mathematik: Aufgaben mit Bausteinen oder Bewegung darstellen.
- Naturwissenschaften: Modelle anfassen, Experimente durchführen.
- LRS-Förderung: Buchstaben aus Knete formen, Wörter laut aussprechen und gleichzeitig schreiben.
Multisensorisches Lernen ist ideal für Kinder und Erwachsene mit LRS, da es sowohl die phonologische Bewusstheit als auch das Gedächtnis effektiv fördert. Digitale Hilfsmittel wie Erklärvideos, Lern-Apps und interaktive Spiele bieten eine wertvolle Ergänzung zu diesem Ansatz..